Schiefertongrube Lütte



Wenig Unterlagen gab es bisher zur Grube Lütte, die in den 20er Jahren erschlossen wurde. Im Landesarchiv Detmold finden sich in einer Akte Unterlagen zur Einrichtung einer etwa 2 Kilometer langen Feldbahnstrecke.

Am 13. November 1923 teilen die Dörentruper Sand- und Thonwerke mit, dass sie auf dem Grundstück des Landwirts Plöger in Lütte eine Grube errichten möchten. Für den Transport war vorgesehen, „eine Feldbahn von 60 cm Spur südlich der Bahn nach Lemgo zu bauen“.

Dafür waren zwei Brücken erforderlich: Bei Streckenkilometer 16,0 +98 sollte die Bahnstrecke Gage-Hameln mit einer Unterführung unterquert werden. Um die Grube zu erreichen, war zusätzlich eine Brücke über die Bega erforderlich. Zu beiden Bauten wurden genaue Pläne zur Genehmigung vorgelegt. Weiter wird mitgeteilt: „Der Verkehr auf der Bahn soll durch eine Benzollokomotive von 12 P.S. und Kippwagen bewirkt werden. Die Lokomotive hat ein Gewicht von etwa 4000 Kilo“. Die Arbeiten waren auch „als Notstandsarbeit für unsre Leute gedacht“.

Im Juli 1924 wird mitgeteilt, dass sich die Pläne ändern: Kritischer Punkt der Trassenführung war offenbar die Ausfädelung der Feldbahnstrecke aus dem Werk und die nötigen Umbauten an Wegen und Zufahrten. Dabei wird auch erwähnt, dass die lichte Durchfahrthöhe nur 3,10 Meter betragen kann.

Im August 1924 wird mitgeteilt, dass die Strecke elektrisch betrieben werden soll, die notwendigen Genehmigungen beim Telegrafenamt der Reichspost und der Reichsbahn werden beantragt.

Im Juli 1925 gibt es wieder eine Veränderung, weil „anstelle einer Feldbahn voraussichtlich eine Seilbahn angelegt werden soll“.

Im April 1926 ist noch nichts geschehen. Nun wird mitgeteilt, dass der Bau einer Feldbahn aufgegeben wurde. Dafür ist der Bau einer kurzen Seilbahn vorgesehen, die nur die Grube mit der Landstraße verbinden soll.

Im Mai 1926 ist eine provisorischer Erschließung der Grube mit einer Feldbahn geplant, für die Überquerung der Bega soll eine behelfsmäßige Brücke aus „Eisenbahnprofilen NP“ gebaut werden, die in wesentlichen Punkten den bereits genehmigten Brücken entsprechen soll. Im Dezember 1926 wurde die Brücke vom Lippischen Verwaltungsamt abgenommen, so dass der Betrieb in der Grube aufgenommen werden konnte.

Nach den Akten ist von der geplanten Strecke nur ein kurzes Stück zur Erschließung der Grube gebaut worden. Die elektrische Versorgung der Feldbahn und der Grube erfolgte über eine Strom-Freileitung. Der Betrieb in der Grube Lütte endete in den 30er Jahren, als die Schiefertongrube im maiboltetal erschlossen wurde.


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